• Sandra

Handeln in Zeit der Ungewissheit

Als ich gestern erfuhr, dass ich meine Kinder abholen musste, weil sie in Quarantäne mussten, habe ich viele verschiedene Gefühle empfunden: von der Sorge um die kranke Person über die Verärgerung darüber, dass ich die Kundentermine verschieben musste, bis hin zur Müdigkeit und der Frage, was ich mit den Kindern machen würde, wie wir unsere Zeit mit meinem Partner gestalten würden... Wie viele von euch haben in letzter Zeit eine ähnliche Situation erlebt? Viele von euch fühlen sich bestimmt angesprochen.


Wie kann ich in diesem ständigen Chaos handeln? Wie kann ich mich bei der Ungewissenheit besser fühlen? In diesem Artikel findet ihr den Ursprung vom Stress sowie ein paar Tips um diese Situation zu bewältigen.


Home Office mit meinen Kindern


Was ich in Coachings höre, ist eine Müdigkeit und Verzweiflung bei einer Situation, die schon so lange geht. Ich höre auch Vorwürfe gegen einem selbst sowie dem Gesamten: "Warum fühle ich mich so?" "Kann ich nicht endlich weitermachen, da wir mittlerweile uns schon dran gewöhnt haben?" "Ich bin nirgendswo! Nicht wirklich bei der Arbeit aber auch nicht wirklich bei meinen Kindern und es ist frustrierend!"

Warum ist es so schwer, mit dieser Ungewissheit zu leben?


Stress ist ein Mechanismus, der uns über Tausende von Jahren geholfen hat, als Spezies zu überleben. Auch wenn wir nicht mit den gleichen Problemen konfrontiert sind wie unsere Vorfahren, die vor großen hungrigen Bären fliehen mussten, ist unser Gehirn so verdrahtet, dass es die Gefahr erkennt und nach hilfreichen Lösungen sucht. Wenn also etwas als neu, unvorhersehbar, als Bedrohung für das Ego oder das Gefühl von Kontrollverlust empfunden wird ... steigt unser Stresspegel. Das englische Akronym fasst es toll zusammen: wir werden N.U.T.S* (also verrückt)! Unser Nervensystem stuft eine Situation als gefährlich ein und schüttet Stresshormone aus. Die Auslöser und die Intensität sind sehr individuell.

Habt ihr auch das Gefühl, dass die Pandemie alle Voraussetzungen mitbringt, um N.U.T.S (verrückt) zu werden?


Wie gehen wir damit um?


⭐️ Akzeptiere die Situation! Ich habe in der Zusammenarbeit mit meinen Kunden festgestellt, dass es noch schwieriger ist, die aktuelle Situation zu akzeptieren, wenn man sich mit dem Job identifiziert, oder als Unternehmer*in oder Manager*in, die/der sich für ein Team oder ein Unternehmen verantwortlich fühlt, unter Druck steht, die Unternehmensziele zu erreichen oder seine Existenz davon abhängt. Ganz klar: das nervt! Aber die einzige Möglichkeit, etwas aus der Situation zu machen, ist, sie zu akzeptieren.

⭐️ Akzeptiere deine Gefühle. Dein Kopf sagt dir vielleicht, dass du dich entspannen sollst, aber in deinem ganzen Körper spürrst du etwas anderes. Deine wirklichen Gefühle zu ignorieren, bringt dich nicht weiter, im Gegenteil halten sie dich zurück! Wenn du dich also wütend, traurig, von allem genervt fühlst oder aber auch das Gefühl hast, es sei zu schwierig, ungerecht, anstrengend, ... Das ist in Ordnung! Erkenne diesen Zustand in diesem Moment an, ohne zu versuchen, ihn zu ändern.

⭐️ Bleibe positiv und kümmere dich um dich selbst, wie du dich um Anderen kümmerst! Was sind die Dinge, die du gerne tust und die dir Freude bereiten? Während du vielleicht mit den Kindern zu Hause bist, lass deine beruflichen Verpflichtungen los und spiele, tanze, lese, male, bastele... Die Vorteile, sich wie ein Kind zu fühlen, sind unglaublich!

⭐️ Sei dich der kleinen schönen Dinge bewusst! Deine Tasse warmen und leckeren Kaffees, die Sonne, die durch dein Fenster scheint, eine tolle Geschichte, die du deinen Kindern gerade vorgelesen hast, dein Lieblingslied und vieles mehr!

⭐️ das Beste daraus machen. Organisiere dich so, dass du deinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen kannst. Vielleicht musst du früher aufstehen, abends arbeiten und ein paar Dinge aufschieben... Das ist eine gute Ausrede für Prokrastination! Auch wenn das frustrierend ist. Plane ein paar schöne Stunden mit deinen Kindern oder mit dir selbst ein.


Das alles kann mit Unterstützung verschiedensten Übungen umgesetzt werden und braucht Zeit! Denn loszulassen ist auch ein Prozess. Wenn du dich also mal wieder überfordert, gestresst, festgefahren fühlst, ... ist das auch in Ordnung. Und wenn du das Gefühl hast, es ist zu viel, hole dir Unterstützung. Coaching ist ein wunderbarer Ansatz, um im Hier und Jetzt (berufliche) Herausforderungen zu meistern.


Mach's gut!


* N.U.T.S: New, Unpredictable, Threat of the ego, poor Sense of control